Kunststoffbauten : Das Buch

Drei Bücher in einem

Buch: Kunststoffbauten - Teil 1 In der Publikation untersuchen eine Ingenieurin und eine Architektin an zehn Projekten aus den Jahren 1954 bis 1971 die Pionierphase des Bauens mit faserverstärktem Kunststoff (FVK). Analysiert werden Bauten von in der Fachwelt bekannten Baumeistern, zum Beispiel Buckminster Fuller (Radome und das Flys Eye, USA), Heinz Isler (Tankstelle Thun, CH) und Heinz Hossdorf (Überdachung der Expo '64, CH). Anders bei den Architekten, hier sind die Bauten die Berühmtheiten, wie das Futuro (Suuronen, FIN), das Rondo (Casoni, CH) und das fg 2000 (Feierbach, BRD). Das Monsanto House (House of the Future), USA ist das einzige vollständig aus GFK gebaute Kunststoffhaus. Das Röhrenhaus von Franz U. Dutler (CH) und den Flughafen Dubai (Arabische Emirate) sind aufgrund ihrer konstruktiven Einzigartigkeit ausgewählt worden.

Links Ingenieurbuch, rechts Architekturbuch

Buch: Kunststoffbauten - Teil 1 Jede Autorin geht auf die für sie interessanten Punkte ein, dabei entstanden eigentlich zwei Bücher, links ist es ein Ingenieurbuch, rechts ein Architekturbuch.


In der Mitte ist es ein Fotoband.

Die Ein- und Ausblicke der drei StudentInnen der Fachklasse von Prof. Timm Rautert an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) zeigen uns die in Deutschland existierenden Bauten mit ihren Augen. Wiebke Elzel, Paul Kramer, Rebecca Wilton


Kunststoffbauten: Futuro innen Kunststoffbauten Teil 1: Die Pioniere
Autoren: Elke Genzel, Pamela Voigt
Universitätsverlag Weimar

Format: 28 x 21,5 cm, 288 Seiten
ISBN: 3-86068-241-5
Preis: 49,00 €


Zu bestellen bei der Buchhandlung Walter König, Köln
oder direkt beim Universitätsverlag Weimar



Rezensionen

"Guten Abend Frau Genzel, Frau Voigt
Über das vergangene Wochenende habe ich in Ihrem Werk "Kunststoffbauten, Teil 1, Die Pioniere" geblättert und gelesen. Bei der Lektüre Ihres fantastischen Buches sind mir fast die Tränen gekommen, so stark wurde ich an das Jahr 1975 erinnert, als ich an der ETH Zürich im Department Bauingenieurwissenschaften meine erste Vorlesung " Grundlagen zum Bemessen von Kunststoffbauteilen" starten durfte und diese anschließend während 33 Jahren ununterbrochen durchzog. Hätte ich Ihr Buch damals gehabt, wäre das Leben einiges leichter gewesen.

Zu jener Zeit war es noch unglaublich mühsam (für Sie und Ihr Buch war es vermutlich nicht einfacher) Fallbeispiele zu unserem Thema zusammenzukratzen. Mit den Jahren wurde es dann anspruchsloser, als ich immer mehr eigene Pilotprojekte einblenden konnte.

Für dieses großartige Geschenk bedanke ich mich ganz herzlich und wünsche Ihnen weiterhin derartigen großen Erfolg

Ihr Urs Meier"

Email vom 20.01.2010


Dieser Pionierphase widmen Elke Genzel und Pamela Voigt ein kenntnisreich verfaßtes, lesenswertes Buch. (...) Die fächerübergreifende Betrachtung erweist sich für den untersuchten Gegenstand als äußerst befruchtend. Und er schlägt sich im Buch auf eine schöne Art nieder, indem zum gleichen Thema jeweils auf der linken Seite die Sicht einer Ingenieurin (Elke Genzel) und auf der rechten Seite diejenige einer Architektin (Pamela Voigt) wiedergegeben wird. (...) In der Summe erhält der Leser einen ebenso spannenden wie vertieften Einblick in die Pionierzeit des Kunststoffbaus, ... (...)
Und, was im Buch sehr schön nachzulesen ist, der Motor für diese abenteuerlichen Forschungen – gingen sie nun von Ingenieuren oder Architekten aus – war in allen Fällen die Leidenschaft und Neugier einem weitgehend unbekannten Material gegenüber, das die grenzen des bisher Möglichen sprengte./p>

Christoph Wieser, Werk, bauen + wohnen, Heft 10 / 2006, S. 69-70



Kaum ein Baumaterial lässt die Gedanken so intensiv zwischen Nostalgie und Zukunft pendeln wie Kunststoff. Universitäten entwickeln zwar intelligente, sich in ihrer Erscheinung je nach Umwelteinfluss selbstständig verändernde Kunststoffe, betreiben aber gleichzeitig noch immer Grundlagenforschung zum Thema materialgerechte Fügetechniken. Dabei gibt es Häuser aus Kunststoff bereits seit über fünfzig Jahren. Und deren Vielfalt geht weit über die futuristisch anmutenden Wohnkapseln aus glasfaserverstärktem Kunststoff der 60er-Jahre hinaus. So gilt der 1971 aus Dutzenden von Kunststoffpilzen zusammengesetzte Flughafenterminal in Dubai noch heute als größtes in GFK gebautes Ensemble der Welt. Dieses Bauwerk sowie neun weitere besonders exemplarische Kunststoffbauten aus der Zeit zwischen 1954 und 1971 werden im vorliegenden Buch im architektonischen und historischen Kontext bemerkenswert ausführlich besprochen und illustriert. Ebenso umfassend wie umfangreich sind auch die Erläuterungen zur Bemessung und Berechnung der jeweiligen Tragwerke und Konstruktionen, sodass interessierte Architekten und Ingenieure bei der Lektüre dieser an der Bauhaus-Univerität Weimar entstandenen Forschungsarbeit mit Sicherheit voll auf ihre Kosten kommen.

Roland Pawlitschko, Detail 6/2006


Poetisches Plastic
Eine Publikation über die Anfänge der Kunststoffarchitektur

jtz. Die gebaute Umwelt hat immer zwei Seiten, eine konstruktive und eine ästhetische. Und weil beide nicht voneinander zu trennen sind, haben Elke Genzel und Pamela Voigt ein Doppelbuch über die Pioniere der Kunststoffbauten geschrieben: Die linke Buchseite ist jeweils für den Ingenieur, die rechte für den Architekten gedacht. So erhält man Auskunft über das Bauen mit einem Werkstoff, dem man in den fünfziger und vor allem in den sechziger Jahren zutraute, das Baugeschehen zu revolutionieren. Doch es blieb bei Träumen, denn über Prototypen oder eine geringe Serienfertigung kamen »Bulle Six Coque«, »fg 2000« oder »Futuro« nie hinaus. Spätestens nach dem Ölpreisschock in den frühen siebziger Jahren waren die Produktionskosten für Häuser aus glasfaserverstärktem Kunststoff zu hoch.

Damals existierte das 1957 in Disney World errichtete »House of the Future« bereits nicht mehr. Das amerikanische Zukunftshaus zählt zu jenen zehn Beispielen, an denen die Autorinnen von der »Forschungsgruppe materialgerechtes Entwerfen« an der Bauhaus-Universität Weimar Glanz und Elend der Kunststoffhäuser erläutern. Dazu gehören neben den Pionierentwürfen des Amerikaners Buckminster Fuller sowohl das wundervoll poetische Dach des Pavillons »Les échanges« von Heinz Hossdorf auf der Expo '64 in Lausanne, dessen schirmartige Struktur einem Blumenfeld glich, als auch die Überdachung der Tankstelle in Thun von Heinz Isler und der »Futuro«, den der Finne Matti Suuronen 1968 entwickelte. Dank den an eine fliegende Untertasse erinnernden Formen genoss Suuronens Projekt viel mediale Beachtung, und es schaffte es laut den Autorinnen auf weltweit 35 Exemplare – nicht genug, um auch wirtschaftlich interessant zu werden. Abgerundet wird das lesenswerte Buch durch einen farbigen Fototeil, der den poppig-peppigen Zukunftscharme der Plasticbauten von Gestern noch einmal lebendig werden lässt.

Neue Zürcher Zeitung, 7. April 2006, Ressort Architektur/Design


Bauen mit Kunststoff. Das steht für Experimentierfreude, Forschergeist und die Suche nach neuen Wohn- und Lebensformen. Doch waren es vor allem Architekten oder Ingenieure, die für maßgebliche Impulse im Kunststoffbau sorgten? Die Autorinnen haben einen schönen Dreh gefunden, die jeweilige Leistung der einzelnen Berufsgruppe und ihren Anteil an der Weiterentwicklung des Materials und seiner Möglichkeiten darzustellen und zu würdigen: die Zweiteilung ihres Buches in ein "Architekten- und ein Ingenieurbuch". So sind eigentlich gleich zwei Werke (die nebeneinander stehen) entstanden, beide gleichermaßen umfassend, informativ, ja sogar spannend. Folgt der Leser den Ausführungen der Architektin Pamela Voigt, erfährt er zum Beispiel etwas über den Einfluß der ersten Erfolge in der Raumfahrt auf die Gestalt des Wochenendhauses Futuro (1968); interessier er sich hingegen vor allem für das statische System, wird er eher die Texte der Ingenieurin Elke Genzel lesen. Auf diese recht originelle Weise nähern sich die Autorinnen insgesamt zehn Projekten aus den Jahren 1954 bis 71, die mit faserverstärktem Kunststoff realisiert worden sind. Im Mittelteil des Buches finden sich außerdem großformatige Farbfotos dreier Studenten der Fachklasse für Grafik und Buchkunst Leipzig, die den heutigen Zustand der noch existierenden Bauten dokumentieren. Am Ende werden in einer chronologisch angelegten Beispielsammlung – einer Art Werkverzeichnis der Kunststoffbauten – weitere Projekte mit Foto und Basisinformationen aufgelistet. Eine schöne Ergänzung, die dem Leser die Möglichkeit zur schnellen Orientierung gibt und den Band zum Nachschlagewerk erweitert. uk

db 4/2006, S. 22


Kurzrezension bei Perlentaucher.de